Kiefer-Zysten

Zysten sind mit Flüssigkeit oder breiigem Inhalt gefüllte und mit einer dünnen Weichteilhülle ausgekleidete Hohlräume im Knochen. Ursache der Zystenbildung können z.B. chronische Entzündungen an der Wurzelspitze eines Zahnes sein.
Warum müssen Zysten entfernt werden?

Zysten verhalten sich wie gutartige Tumoren, sie wachsen ständig und können durch Auftreibung des Knochens und Verdrängung benachbarter Strukturen (Zahnwurzeln, Kieferhöhlen- und Nasenhöhlenwände) Schaden anrichten.

Gelangen Bakterien in die Zystenhöhle, kann es zur Vereiterung (Abszess) kommen. Bei großen Zysten führt die Schwächung des Knochens zu einer Kieferbruchgefahr. Außerdem können Zysten einen Herd für eine Allgemeinerkrankung bilden.
Wie wird der Eingriff durchgeführt?

Bei der Zystektomie wird die Zyste nach Freilegung komplett aus dem Knochen herausgeschält. Der schuldige Zahn wird extrahiert oder mit einer Wurzelspitzenresektion erhalten. Der Hohlraum kann bei größeren Zysten mit Knochenersatzmaterial gefüllt und stabilisiert werden. Danach erfolgt ein dichter Nahtverschluss. Bereits nach wenigen Monaten kommt es so zur vollständigen Regeneration des Knochens.

Sehr große Zysten können manchmal nicht im Ganzen entfernt werden. Hier findet die Zystostomie Anwendung: Die Zystenhöhle wird hierbei eröffnet (gefenstert) und somit der Wachstumsdruck eliminiert. Wird das Zystenfenster über mehrere Monate konsequent offen gehalten, so kommt es zur allmählichen Auffüllung des Hohlraums mit Knochen.